Über die Thesis

Tagtäglich verwenden wir das Wort ›Zeit‹ und doch können wir nicht richtig erklären, was es zu bedeuten hat. ›Zeit‹ — ein Begriff, der 2006 das meist genutzte Nomen der englischen Sprache war, aber auch ein Begriff den man schwer greifen kann (Bridgman, 2006).
Nun existieren unterschiedlichste Definitionen von Zeit. Laut dem Duden kann der Begriff ›Zeit‹ einen Ablauf, ein Nacheinander, einen Zeitpunkt oder einen Zeitraum beschreiben, er kann aber auch für Uhrzeit, Dauer und Intervalle stehen. Eine philosophische Antwort auf die Frage, was Zeit sei, könnte sein: »Zeit ist der Weg der Natur, um zu verhindern, dass alles auf einmal passiert« (Graffito in der Herrentoilette des Old Pecan Street Cafe in Austin, Texas, 1976).
Im Rahmen unserer Masterthesis ist der Podcast »Gesprächs-zeit« entstanden. In diesem Podcast sprechen wir mit Experten unterschiedlicher Wissenschaftsfelder und haben jeden unserer Gäste gefragt, wie er oder sie Zeit definiert. Schnell wird Zeit als »faszinierend«, »ein Spiel der Wahrnehmungen«, »ein Ordnungsparameter« oder »ein unzureichendes Abrechnungsmodell« beschrieben. Es ist ersichtlich, dass die Deutung von Zeit stark subjektiv ist.
Nicht nur jeder einzelne von uns beschäftigt sich tagtäglich mit der Zeit. In manchen Wissenschaftsfeldern ist die Zeit ein Bestandteil der Forschung oder wird genauer unter die Lupe genommen. Einige Disziplinen, wie zum Beispiel die Chronobiologie, verschreiben sich vollständig der Erforschung des zeitlichen Verlaufs.
In unserer Thesis zeigen wir die Möglichkeiten auf, wie die Zeit in den Fokus der Disziplin des Designs rücken kann. Relevant ist vor allem, wieso sich Designer in ihrer Gestaltungstätigkeit stärker mit der Thematik der Zeitempfindung auseinandersetzen sollen. Nachfolgend werden die Kernelemente Design & Zeit beschrieben, um eine Verständnis- und Diskussionsbasis zu schaffen.

Gliederung der Thesis

»An hour sitting with a pretty girl on a park bench passes like a minute, but a minute sitting on a hot stove seems like an hour.«
Albert Einstein

»But digital time is not the same as human time«
Jerry Cao

Vladimir: »So vergeht die Zeit.«
Estragon: »Sie waere auf jeden Fall vergangen.«
Vlaimir: »‚Ja, aber nicht so schnell.«
Aus: Warten auf Godot

»Was also ist die Zeit? Wenn mich niemand fragt, weiß ich es. Wenn ich es jemandem erklaeren will, der fragt, weiß ich es nicht.«
Augustinus

»Time is a wibbley-wobbley ball of timey-wimey stuff.«
You-Tube Kommentar

»Time is the most valuable and limited resource we have. That’s why good design is about adequate time perception.«

»In many ways we are actually in a war with time: We fight our body’s clocks, our mind’s clocks, and the Earth’s clocks.«
Michael Segal

»Zeit ist relativ, objektiv messbar und doch eine subjektiv empfundene Groeße.«

»Vollstaendige Gleichfoermigkeit wuerde das laengste Leben kurz erscheinen lassen.«
Thomas Mann in ›der Zauberberg‹

»Time does not pass, it simply is.«
Claudia Hammond

»›Slow‹ wird mit 4 Buchstaben geschrieben wie ›life‹. ›Speed‹ wird mit 5 Buchstaben geschrieben wie ›death‹.«
In einem Zug aus Darjeeling

»Life can only be understood backwards, but it must be lived forwards.«
Soren Kierkegaard

Über Design

Design ist heutzutage ein Begriff den wir, wenn er eine Person wäre, mit einer multiplen Persönlichkeitsstörung diagnostizieren würden. Es gibt weder eine allgemein gültige Definition noch einen Konsens in der Wissenschaft. Im umgangssprachlichen Gebrauch wird »Design« in unterschiedlichsten Kontexten eingesetzt. Wir sprechen von strategischem Design, grafischem Design, Möbeldesign bis hin zu Nail Design und Schmuckdesign. Gleich zu Beginn wollen wir uns von dem Begriffsverständnis trennen, das unter Design das Schönmachende, das wenig Nützliche, das glänzend Machende oder das rein verkaufsfördernde Manipulierende verstanden wird. Mit Sicherheit haben diese Aufgaben ihren Platz in unserer heutigen Gesellschaft, sollen aber für diese Thesis nicht in den Begriff des Designs einbezogen werden.

Wir stehen (wie so oft) an einem Punkt von gesellschaftlichem und ökonomischem Wandel. Das Wohlergehen unseres Planeten wurde lange genug zu Gunsten von leistungsorientierter Ökonomie ignoriert. Aber nicht nur unsere Umwelt leidet unter den Folgen unseres eigenen Handelns. Auch wir Menschen scheinen mit unserer selbst geschaffenen Umgebung nicht mehr klar zu kommen. Durch zunehmende Komplexität und Beschleunigung müssen wir mit sich ständig verändernden Anforderungen umgehen.

Der Grafikdesigner und Hochschullehrer Florian Pfeffer, beschreibt Design selbst als »Beschleuniger der Industrialisierung«, welche nicht wenig zu der Krise beigetragen hat, in der wir uns heute befinden. Daraus folgend müsse sich Design neu definieren. Designer*innen können nicht länger nur Betrachter sein und genauso weitermachen wie bisher sondern müssen aktiv handeln. (Pfeffer, 2014) Infolgedessen kann Design, wie es der Architekt und Professor für Designtheorie Friedrich von Borries beschreibt, gesehen werden. Er vertritt die Haltung, Design solle als grundlegende Form politischen und gesellschaftlich verantwortlichen Handelns verstanden werden. (Borries & Fezer, 2013)

Gemeinsam mit anderen Disziplinen sind Designer*innen in der Lage komplexe Probleme anzugehen und Lösungen zu finden die sowohl ökonomisch, ökologisch und sozial nachhaltig sind. Diese Aufgaben sind hoch gesteckte Ziele, die ein weitreichendes Verständnis unserer Gesellschaft voraussetzen. Sowohl die enge Zusammenarbeit mit den Menschen selbst, wie auch die Möglichkeiten sich aus gewohnten Denkmustern zu befreien sind hierbei nützlich. Wie schon Albert Einstein gesagt hat: »Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.«

Betrachten wir den Designer ausschließlich als Lösungsfinder, könnte man den Begriff deutlich weiter fassen. Menschen sind demnach Designer, sobald sie selbst etwas schaffen. Kinder sind Designer, wenn sie ihre ersten Legotürme bauen und Eltern sind Designer, wenn sie für ihre Kinder Gutenachtgeschichten erfinden. Wir sollten allerdings unterscheiden, welche Auswirkungen unser jeweiliges Handeln nachsichzieht. Als Designer sind wir in der Lage, Verhaltensweisen, Handlungsmuster und Denkprozesse von unseren Mitmenschen zu beeinflussen. Wir können in den Denkmustern »schneller, besser, weiter« bleiben und dementsprechend unsere Mitmenschen manipulieren. Wir können unsere Fähigkeiten aber auch dazu nutzen eine Welt zu schaffen, in der alle Beteiligten selbst entscheiden wie sie leben möchten.

Oft ist es schwer sich eine unserer möglichen Zukünfte vorzustellen ohne den kleinsten Anhaltspunkt als Hilfe zu haben. Lesen wir allerdings eine Geschichte, sehen wir einen Film oder werden in die Lage versetzt uns vorzustellen ein Produkt zu nutzen, das noch nicht existiert, stellen wir meist unmittelbar fest, wie wir darauf reagieren. Wir sprechen hierbei von »Critical Design« oder »Design for Debate«. Ziel ist es Gedankenanstöße zu bieten und zur Diskussion anzuregen. Diese Masterthesis soll eine Diskussion anstoßen, die Zeitempfindung und Design stärker zusammenführt.

Über Zeit

»Time is a wibbley-wobbley ball of timey-wimey stuff.« So wird ein Video, das versucht die Relativitätstheorie von Einstein begreifbar darzustellen, in einem YouTube-Kommentar zusammengefasst. Eine andere Art zu sagen: »Ich verstehe nur Bahnhof.« Da sich selbst Physiker uneinig sind was die Zeit letzten Endes sein soll, ist diese Reaktion die wohl üblichste unter Normalsterblichen. Isaak Newton betrachtete die Zeit als einen Fluss, der mit konstantem Tempo an uns vorbei fließt. Einstein hingegen führt Raum und Zeit in einer 4-dimensionalen Einheit zusammen. Die Quantentheorie wiederum lässt darauf schließen, dass so etwas wie ein Zeitfluss nicht existiert. Es gibt Dinge, die in der Zeit näher sind, und welche, die weiter entfernt sind. Der Vergleich liegt nahe, dass es Objekte im Raum gibt, die einem nahe oder fern sind. Die Idee, dass die Zeit an einem vorbeifließt ist jedoch, laut der Quantentheorie, genauso absurd, wie die Idee, dass dies der Raum tut. (Richardson, 2015) Der britische Physiker Julian Barbour beantwortet das Rätsel der Zeit in der Physik mit einer radikalen aber einfachen Lösung. Er sagt, dass es so etwas wie Zeit gar nicht gibt. »Die Leute sind sich sicher, daß es Zeit gibt, aber sie kriegen sie nicht zu fassen. Mein Gefühl sagt mir, daß sie sie nicht zu fassen kriegen, weil es sie überhaupt nicht gibt.“ Laut Barbour bewegen wir uns im Laufe unseres Lebens durch eine Reihe von Jetzt-Momenten ("nows"). (Barbour, 2000)

Der für diese Masterthesis wichtigste Unterschied, der gemacht werden sollte, ist der, zwischen der physikalisch gemessenen Zeit und der subjektiv wahrgenommenen Zeit. Zugegeben, es wird nicht gerade einfacher. Hierfür treten wir einen Schritt raus aus den komplexen physikalischen Definitionsversuchen und sehen die Zeit einfach als etwas, von uns Menschen Wahrzunehmendes, ohne das keine Veränderung möglich wäre.

Wenn wir Termine vereinbaren oder Zeitabstände beschreiben, dann nehmen wir in der westlichen Kultur unser meist geliebtes Messgerät zur Hand. Die Uhr. Was die Uhr, seit der Zeit der alten Pharaonen, immer besser und besser beherrscht, ist das Messen von Zeit in definierten Einheiten. Anzumerken ist, dass einige von unserem Kosmos vorgegebene, rhythmische Intervalle existieren. Die bekanntesten sind der Jahreszyklus, die Mondphasen und die Tageslänge. Die Stunden und Sekunden sind hingegen eine Erfindung der Menschheit, die nachträglich mit physikalischen Ereignissen definiert wurden. Absurd, dass wir unser Leben an Einheiten ausrichten, die nichts mit unseren natürlichen Rhythmen zu tun haben.

Wie uns diese scheinbar festgelegten Dauern von Sekunden, Minuten und Stunden vorkommen ist stark subjektiv. Die Wahrnehmung der Zeit wird von inneren und äußeren Faktoren beeinflusst. Unsere äußeren Sinne des Sehens, Hörens, Schmeckens, Riechens oder Tastens werden alle mittels eines spezifischen Sinnesorgans wahrgenommen. Für die Zeit selbst besitzen wir allerdings kein sensorisches Organ, mit dem wir die Zeit spüren könnten. Stattdessen spüren wir unseren Körper und dessen Veränderung als Ganzes im Verlauf der Zeit. Der Psychologe Marc Wittmann beschreibt die subjektive Zeit als einen Ich-Sinn ein körperlich-emotionales gefühltes Ganzes unseres Gesamt-Selbst über die Zeit. (Wittmann, 2015) Gerade weil unsere Wahrnehmung der Zeit nicht auf einem speziellen Sinnesorgan beruht, ist unser Zeit-Sinn, abhängig von etlichen externen und internen Einflussfaktoren und somit auch anfällig für Irritationen. Möglichkeiten dieses Phänomen auszunutzen bestehen ebenso sehr wie die Pflicht von Gestaltern mit diesem Wissen verantwortungsvoll und bewusst umzugehen.

Zeit im Design

Chronobiologie Betrachten wir die Zeit mit der Brille des Designs, fällt unser Blick schnell auf zeitbasierte Medien, die gestaltet werden können. Wir denken zurück an die ersten Bilder-Karusselle, die durch schnelle Rotation und einen zeitlichen Verlauf zu einem scheinbar fließenden Film transformiert werden. Heutzutage gibt es etliche Produkte und Services, die sich über die Zeit hinweg verändern und somit gestaltet werden müssen. Wir sprechen von Filmen, Computerspielen, Podcasts, Musik oder Performance-Kunst. Durch die Digitalisierung könnte man eine Vielzahl von Prozessen als zeitbasiert einstufen. Wir verwenden Animationen so natürlich, wie wir mit dem Bleistift einen Strich ziehen können. All diese Produkte sind im weitesten Sinne der Zeit unterlegen und die meisten von ihnen verändern sich im Laufe der Zeit deutlich.
Diese Thesis soll sich allerdings weniger auf das Artefakt und mehr auf den Menschen selbst, der die Zeit wahrnimmt, fokussieren. Die eben aufgelisteten Beispiele sind genauso gut geeignet unsere subjektive Zeitempfindung zu beeinflussen wie jedes andere Produkt. Der Fakt, dass sie zeitbasiert sind, genügt nicht, um unsere Zeitempfindung stärker zu beeinflussen als andere.

»Managing emotion in user interfaces has much broader implications than simply ›joy of use‹. It can actually influence the perception of application speed.«

Schnell, schneller, am schnellsten

In der Gestaltung hinterlässt unsere Erwartung an immer höhere Geschwindigkeiten ihre Spuren. In Millisekunden bilden wir uns erste Eindrücke von dem, was wir sehen. Sich ein Urteil über ein visuelles Erscheinungsbild einer Website zu bilden, dauert gerade einmal 5ms. Kein Wunder also, dass sich alles um Geschwindigkeit dreht, wenn wir schon nach durchschnittlich weiteren 30 Sekunden die Website wieder verlassen (Nielsen, 2009).
Das Berufsfeld der Gestaltung hat in Zusammenarbeit mit anderen Disziplinen, einige technische und kreative Lösungen entwickelt, um Warte- und Ladezeiten zu reduzieren. Der Internetbrowser Firefox Quantum beispielsweise lädt Websites bereits beim Hovern des Hyperlinks im Hintergrund vor (Sackl, 2019). Dies beschleunigt den Prozess des tatsächlichen Ladevorgangs lediglich um Millisekunden, hat auf die Wahrnehmung des Nutzers allerdings deutliche Auswirkungen. Eine größere Zeitersparnis haben auch Spielplattformen wie die PlayStation 4 oder das Blizzard Unternehmen erreicht. Noch während der Installation, der mittlerweile riesigen Datenmengen von Spielen, können die Nutzer bereits das Spiel starten, da selektiv vorgeladen wird. Der Warteprozess wird hierdurch fast halbiert.
Zeit im Design

Zeitempfinden gestalten

Sind die technischen Möglichkeiten erschöpft, Websites noch schneller zu laden oder Kunden in Disneyland noch schneller durch die Attraktionen zu schleusen, dann kommen die Grundlagen der meisten Designausbildungen zum tragen. In den Theoriemodulen der Kognitionspsychologie haben Designstudenten gelernt, dass die Empfindung von Dauer und Geschwindigkeit ein Spiel der Wahrnehmungen ist, das beeinflusst werden kann. Adrian Zumbrunnen, Designer bei Google, sagt: »Solange die Technologie das Warten nicht vollständig beseitigt, können wir unsere subjektive Wahrnehmung der Welt nutzen und die Erfahrungen, die wir machen, bissiger, nahtloser und fesselnder gestalten« (Zumbrunnen, 2015). In den Grundlagen der Gestaltung lernen Designstudierende nicht nur Wartezeiten zu verkürzen, sondern auch einen einfachen schwarzen Punkt auf einer leeren Leinwand sowohl schnell wie auch langsam, schwer oder leicht, und positiv oder negativ wirken zu lassen.

Die bewusste Gestaltung von Zeitempfindung findet in der Reduktion von Wartezeit wohl am stärksten ihre Anwendung. Besonders im Teilbereich des Interaktionsdesigns nehmen scheinbar kleinste Änderungen Einfluss auf die Empfindung von Dauer. Das Kommunikationstool ›Slack‹ nutzt beispielsweise das Prinzip des ›sceleton screens‹, um die Wartezeit, bis das Fenster vollständig geladen ist, scheinbar zu verkürzen. Idee eines ›sceleton screens‹ ist es, Elemente, deren Inhalt noch nicht vollständig geladen sind, bereits schematisch anzudeuten um dem Nutzer zu suggerieren, dass der Ladeprozess im Gange ist. Viel wichtiger allerdings ist der Trick, den Nutzer zu beschäftigen und ihm eine Vorahnung zu geben, welche Inhalte im nächsten Schritt sichtbar werden. In dem Ressort der Psychologie werden die Hintergründe aufgedeckt, wieso solche Methoden die Wartezeit kürzer erscheinen lassen. Unabhängig davon, ob wir eine kürzere Wartezeit als positiv empfinden, können wir festhalten, dass ein wichtiger Unterschied zwischen der Wartezeit und der subjektiv empfunden Wartedauer besteht.
Eine klassische, analoge Lösung zur subjektiven Verkürzung von Wartezeiten glaubt Disneyland, gefunden zu haben. Bei vielen Events, an denen wir lange Warteschlangen erwarten, finden wir meist keine lange Reihe von Menschen, die in einer geraden Linie vom Start- bis zum Zielpunkt stehen. Die Wartenden werden dort durch ein Labyrinth von Absperrbändern geführt, wie wir es auch von Flughäfen kennen. Die Schlange wirkt von außen betrachtet nicht so lang und die Wartezeit wird als kürzer eingeschätzt. Gleichzeitig bekommen wir jedoch bei jeder Windung erneut das Gefühl, kein Stück vorangekommen zu sein. Die Windungen, welche in der Warteschlange einen negativen Nebeneffekt darstellen, sind in Zen-Labyrinthen absichtlich vorhanden.

Das Sich-Wiederholende, das dem Ziel Näherkommende, ohne dieses wirklich zu erreichen, soll den Fokus der Menschen vom Ziel auf den Weg selbst richten. In dem Kapitel ›Sitzen in Zeitlosigkeit‹ wird tiefer in die Zusammenhänge von Zeitempfi ndung und spiritueller Meditation, wie es unter anderem die Zen-Labyrinthe beabsichtigen, geschaut.
Ähnlich wie in den Meditationsübungen ist auch in der Gestaltung der Fokus nicht immer auf schneller getrimmt. Jerry Cao arbeitet als Stratege bei UXPin, einem Wireframing und Prototyping Tool. Er ist der Meinung, dass Interfaces, die zu schnell sind, zu zwei Problemen führen: Informationen werden übersehen oder der Nutzer kann nicht mehr folgen. »[…] Designers should worry less about users completing a task as quickly as possible, and more on completing the task as easily as possible — two very different goals that warrant very different interface designs« (Cao, 2015). Seiner Meinung nach ist die weit verbreitete Faustregel, jeden Inhalt auf einer Website in drei clicks zu erreichen, irreführend. Wenden wir diese Regel blind an, entstehen beispielsweise Navigationsmenüs, die überfüllt sind mit Inhalten. Der Nutzer verliert die Orientierung und ist unzufrieden. Stattdessen sollte durch jeden Click das Gefühl entstehen, seinem Ziel einen Schritt näher zu kommen. Dieses Prinzip kann an einem einfachen Beispiel gezeigt werden. Stellen wir uns einen Fragebogen vor. Dieser kann entweder in einer fortlaufenden Liste oder in Sinnabschnitten aufgeteilt dargestellt werden. Die Listen ansicht kann vermutlich schneller bearbeitet werden, die Serie an kleineren Aufteilungen kommt uns allerdings weniger kompliziert und dadurch einfacher bewältigbar vor. Dieses Prinzip lässt sich leicht auf ›onboarding Prozesse‹, also die Einführung in eine neue digitale Anwendung, oder Tutorials übertragen.
Adrian Zumbrunnen soll nicht unterstellt werden, er sei der entgegengesetzten Meinung, jedoch lässt sich sein folgendes Zitat in dieser Weise interpretieren und kann hier als Diskussionsgrundlage dienen: »Time is the most valuable and limited resource we have. That’s why good design is about saving time« (Zumbrunnen, 2015). Zu diesem Thema haben wir Philipp Sackl, Head of Design bei Mozilla Firefox, in unserem Podcast ›Gesprächszeit‹ gefragt, ob er viel Wert auf Zeiteffi zienz legt. Er würde dem zustimmen, aber nur unter der Prämisse, dass es sich um zweckorientierte Tätigkeiten handelt (Sackl, 2019). Wir nutzen die Bahn nicht, weil wir schon immer einmal Bahn fahren wollten und wir nutzen den Browser nicht, weil das Browsen uns so viel Spaß bereitet. Wie oft hat man sich im Leben schon gewünscht, wie Harry Potter apparieren und disapparieren zu können, um schneller an seinen Zielort zu gelangen. In diesen Fällen wäre eine beschleunigende Gestaltung von Vorteil. In anderen Momenten im Leben steht jedoch nicht das Sparen der Zeit, sondern das Genießen der Zeit im Vordergrund, weswegen das Zitat von Adrian Zumbrunnen umformuliert werden kann.

Time is the most valuable and limited resource we have. That’s why good design is about adequate time perception.

Attention Economy

»Designer hatten nie so viel Einfl uss wie heute, sagt Tristan Harris, unsere Apps beeinfl ussen Milliarden. Das Problem: Statt menschliche Bedürfnisse zu stillen, stehlen sie Zeit. Es braucht eine Ethik des digitalen Designs« (Gieselmann, 2018). Matthias Gieselmann beschreibt mit diesen Worten seine Podcastfolge, die er mit einem ehemaligen Designethiker von Google führt, Tristan Harris. Er ist der Meinung, dass es eines der größten und auch verhängnisvollsten Ziele der heutigen Ökonomie ist, die Zeit der Nutzer für sich zu reservieren. Wir besitzen alle nur 24 Stunden pro Tag und können unsere Aufmerksamkeit nur wenigen Dingen, wenn nicht sogar nur einem, gleichzeitig widmen. Ein Kampf um diese Aufmerksamkeit zieht sich durch die meisten digitalen Medien. Netfl ix schreibt in einem Brief an Investoren, dass nicht die bald stattfi ndende Streaming-Konkurrenz von Unternehmen wie Disney und WarnerMedia sie ins Schwitzen bringt, sondern Fortnite, da dieses Spiel ihnen mehr Zuschauer abwirbt als Home Box Offi ce, kurz ›HBO‹ (Bradley, 2019). Nicht umsonst bauen Netfl ix, YouTube und Co. Mechanismen wie ›Autowatch‹ ein, um ihre Kundenzahlen hochzuhalten. Sobald ein Video beendet ist, startet nach wenigen Sekunden die nächste Episode oder der nächste Film. Tristan Harris will mit seiner Initiative ›Time Well Spent‹ zu diesem Thema aufklären und von einer Gesellschaft, in der es schlicht darum geht, Zeit zu verbringen, zu einer Gesellschaft gelangen, in der wir in der Rückschau sagen können, wir haben unsere Zeit sinnvoll und schön verbracht.
Wir schließen uns seiner Meinung an, dass Unternehmen zum Wohle aller beitragen und somit moralische Entscheidungen treffen sollten. Unternehmen sollten weise entscheiden, wie und wann sie den Menschen ihre Waren anbieten. Das Feld der ›Attention Economy‹ ist ein riesiges Feld. Glücklicherweise gibt es hier bereits viele Projekte und Aktionen, die sich Tristan Harris Bewegung anschließen. Da ›Time Well Spent‹ allerdings ein Zeit-Phänomen ist, das hauptsächlich die Qualität unseres Handelns und die dafür benötigte Zeit beschreibt, nicht aber im konkreten Sinne die subjektive Empfi ndung von Zeit, wird es für diese Masterthesis ausgeklammert.

Zeitgenössisches Design & Designgeschichte

Darüberhinaus wird sich diese Thesis weder mit zeitgenössischem Design auseinandersetzen noch mit der Geschichte von Design. Beide Gebiete bringen Design in Verbindung mit Zeit. Der Grund ist jedoch nicht, die Empfi ndung von Zeit zu gestalten, sondern Design zu einem gewissen Zeitpunkt zu betrachten. Ein Sideboard im Vintage-Look oder die unterschiedlichen Arten der Gestaltung im Verlauf der Geschichte werden in dieser Thesis nicht behandelt.

Zusammenfassung

Was wir aus diesem Kapitel mitnehmen können, ist also folgendes: Die Gestaltung von zeitbasierten Medien fi ndet bereits in vollem Maße statt, mit der Gestaltung von Zeitempfi ndung wird sich hingegen deutlich seltener beschäftigt. In aller Regel wird die Empfi ndung von Zeitabläufen auf die Wartezeit reduziert und meist unbewusst gestaltet. Die Gestalter experimentieren, um zu den gewünschten Ergebnissen zu gelangen. Wenn die Zeitempfi ndung bewusst gestaltet wird, dann meist mit der Intention den Nutzer in der eigenen Dienstleistung zu halten. Nicht aber mit dem Ziel, die für den Menschen passende Empfi ndung der Zeit hervorzurufen.
Diese Thesis soll das bewusste Gestalten der subjektiven Zeitempfi ndung unterstützen, Anhaltspunkte geben, welche Möglichkeiten der Gestaltung sich bieten, und überhaupt darauf aufmerksam machen, dass Zeitempfi ndung gestaltet werden kann.

Wir gestalten nicht die Zeit selbst, wir gestalten unseren Umgang und unsere Empfindung von ihr.

Zeit in der Gesellschaft

»In many ways we are actually in a war with time: We fight our body’s clocks, our mind’s clocks, and the Earth’s clocks.« (Michael Segal)

Wir glauben, dass das Leben schöner ist, wenn man es in Frieden leben darf. Einen Krieg mit der Zeit einzugehen, erscheint somit nicht sinnvoll. Da wir außerdem nicht ewig Zeit haben, ergibt es in unseren Augen Sinn, die Zeit näher kennenzulernen und sich mit ihr anzufreunden.

Die Zeitkrise der westlichen Gesellschaft

»From an agricultural to an urbanised 24 /7 society […] from natural time to the mechanical clock« (Schmid, 2017). Insbesondere unsere westliche Gesellschaft hat ein Problem mit der Zeit. Laut Byung-Chul Han stecken wir in einer Zeitkrise. Er vertritt die Ansicht, dass »die Zeitkrise von heute […] nicht Beschleunigung [heißt]. Das Zeitalter der Beschleunigung ist bereits vorbei. Was wir derzeit als Beschleunigung empfinden, ist nur eines der Symptome der temporalen Zerstreuung« (Han, 2017). Hyperaktivität, Hyperproduktion und Hyperkommunikation formen unseren Alltag und lassen das Verweilen im Moment nicht zu. Sicherlich einer der Gründe, warum wir das Gefühl haben, nie genug Zeit zu haben, obwohl sich unsere Lebenserwartung in den letzten 130 Jahren verdoppelt hat (Demografie Netzwerk, 2017). Auf dem Papier scheinen wir außerdem mehr Freizeit zu haben. Doch das die Objektivität selten mit der Subjektivität übereinstimmt, wird in dieser Masterthesis noch mehrfach zur Sprache kommen.
Während das Zeitalter der Beschleunigung für Han schon vorbei ist und daher eine Nebenrolle einnimmt, spielt die Beschleunigung in Hartmut Rosas ›Acceleration Cycle‹ die Hauptrolle (Rosa & Trejo-Mathys, 2013). Der ›Acceleration Cycle‹ besteht für Rosa aus drei Komponenten.

Die erste Komponente ist die technologische Beschleunigung, die durch die Wirtschaft immer weiter vorangetrieben und in der der Zeitfaktor mit Geld gleichgesetzt wird. Diese Anschauung von Zeit ist nicht neu. Bereits im Jahr 1748 gab Benjamin Franklin einem jungen Händler den Rat »Remember that Time is Money« (Founders Online, 2019). Hier geht es nicht nur um die wirtschaftlichen Aspekte der Arbeitszeiten oder darum, dass unsere digitalen Geräte eine immer kürzere Lebensspanne zu haben scheinen. Auch die technologische Beschleunigung beziehungsweise die technologischen Innovationen haben zweifellos dazu geführt, dass wir in einer schnelleren Welt leben. Die Geschwindigkeit sich von A nach B zu bewegen, die Möglichkeiten des Handels oder die Echtzeitkommunikation sind diesbezüglich nur ein paar Beispiele einer langen Liste. Die Zeit aus wirtschaftlicher Sicht hat viele Facetten und wird im Ressort der Ökonomie genauer betrachtet.
Neben der technologischen Beschleunigung gibt es als zweite Komponente des ›Acceleration Cycle‹ die Beschleunigung der sozialen Veränderung. Rosa schreibt, dass die Folgen rasanter sozialer Veränderung dramatisch sein können: Entfremdung, eine steigende Zahl an Burnouts und Depressionen oder auch Fehler von politischen Institutionen. Schon Marx und Engels haben 1848 in ihrem ›Manifest der Kommunistischen Partei‹ geschrieben, dass alle festen Beziehungen weggeschwemmt wurden und alle neu formierten Beziehungen antiquiert werden, bevor sie verknöchern können – alles was einst fest war, zerfließt in Luft (Marx & Engels, 2017). Hinter der sozialen Veränderung steckt weit mehr als nur der technologische Fortschritt – auch die Mode, Sprache sowie Arbeits- und Liebesbeziehungen verändern sich schneller.
Als dritte und letzte Komponente nennt Rosa die Beschleunigung der Lebensgeschwindigkeit. Was Rosa damit meint, lässt sich am besten durch ein Paradoxon beschreiben: Wie ist es möglich, dass unser Leben (zumindest ›gefühlt‹) immer wuseliger und geschäftiger ist, trotz der Tatsache, dass die technologische Beschleunigung uns ermöglicht, mehr Dinge in weniger Zeit zu erledigen? Sollten wir nicht eigentlich mehr Zeit zur Verfügung haben? Wie Han bereits anmerkte, nutzen wir die ›gewonnene‹ Zeit nicht, um im Moment länger zu verweilen, sondern gebrauchen diese Zeit, um weiter zu reisen, um mehr Mails zu verfassen und noch produktiver zu sein – Symptome der temporalen Zerstreuung.

Die Angst vor der Zeit

Mit der Beschleunigung unserer Umwelt verändern sich unsere Erwartungen. Unser Gefühl für Dauer und wie viel Zeit eine Aufgabe in Anspruch nehmen darf, passt sich unseren Erfahrungswerten an. »Heute bestehen wir darauf, dass Websites in einer Viertelsekunde laden, wohingegen wir kein Problem mit zwei Sekunden im Jahr 2009 und vier Sekunden im Jahr 2006 hatten« (Wald, 2019). Dieses Gefühl, dass ein Prozess viel länger braucht als ursprünglich erwartet, ist so allgegenwärtig geworden, dass sich Forscher ihm annehmen. Der Psychologe Marc Wittmann spricht in diesem Fall von einem sogenannten ›Error Signal‹. Nowotny ist der Auffassung, dass »der Mangel an Zeit […] sich an der Fülle gesellschaftlich geprägter Erwartungen und der Ansprüche an das eigene Handeln [bemisst]« (Nowotny, 2012:09f). Die Angst, dass man nicht genug Zeit hat oder dass die Zeit zu schnell verfließt, hat sich in den letzten Jahrzehnten so sehr ausgeprägt, dass es in der Medizin nun einen Fachbegriff für diese Angst gibt – die Chronophobie.

»Ihr Deutschen habt die Uhr – wir Afrikaner haben Zeit« (Gesprächspartner in Namibia)

Diverse Zeitkulturen

Erwartungshaltungen bezüglich der Zeit lassen sich nicht auf jede Kultur in gleicher Weise übertragen. Jede Kultur hat ihre eigene Zeitkultur. Während Zeit für die einen ein klar definierter Begriff ist, ist Zeit für die anderen etwas nicht Greif- und Fassbares. Um den Fokus nicht zu verlieren, wird sich die folgende Arbeit auf die westliche Gesellschaft konzentrieren. Lediglich im Ressort der Kulturwissenschaften wird genauer auf die Aspekte der unterschiedlichen kulturellen Zeitvorstellungen eingegangen.

Das ungleiche Paar – die Eigen- und die Weltzeit

Man muss nicht über Landesgrenzen hinweggehen, um unterschiedliche Empfindungen und Definitionen von Zeit zu finden. Jeder Mensch hat seine ganz individuelle Eigenzeit. Die Eigenzeit steht im Kontrast zur Weltzeit. Wir verwenden in dieser Arbeit die Begriffe Eigenzeit und Weltzeit, jedoch gibt es viele Synonyme für die gleichen Begrifflichkeiten. Die Weltzeit steht für die Zeit, die uns von außen vorgegeben wird. Es ist die Zeit, auf die sich die Weltbevölkerung geeinigt hat. Man kann sie auf der Uhr ablesen und für jeden Fleck auf dieser Welt im Internet einsehen. Es ist aber auch die Zeit, die unsere Gesellschaft für soziale Interaktion auserkoren hat – wie beispielsweise für Öffnungs- oder Schulzeiten.
Die Eigenzeit lässt sich nicht so einfach fassen. Sie ist mehr ein Gefühl als eine greifbare Größe, sie lässt sich nicht messen und auch nicht übertragen. Die Eigenzeit ist vielmehr ein Zusammenspiel aus Erfahrungen, die in unserem Gedächtnis verankert sind, aus unseren aktuellen Emotionen und Taktgebern unserer inneren Uhren. Im Ressort der Chronobiologie werden wir näher auf unsere inneren Taktgeber eingehen: Warum können manche Menschen schon um 6 Uhr morgens einen Marathon laufen, während andere sich um 11 Uhr noch aus dem Bett quälen müssen? Was versteht man unter Chronotypen? Und welchen Unterschied würde es machen, wenn die Schule erst um 10 Uhr beginnen würde?

Die Abwesenheit der Auszeit

Unsere Gesellschaft ist geprägt von Rhythmen und Takten, die so natürlich zu sein scheinen, dass man sie kaum noch hinterfragt. Die Woche hat sieben Tage und am Sonntag ist Ruhetag. An fünf Tagen dieser Woche wird gearbeitet und das meist zwischen 8 und 18 Uhr. Das Verweilen im Moment, von dem nun schon mehrfach die Rede war, kann nicht eintreten, da der Supermarkt sonst schon zu und die Kundenhotline nicht mehr erreichbar ist. Am Abend, wenn wir keinen sozialen Verpflichtungen mehr gerecht werden müssen, finden wir selbst eine Aufgabe, der wir hinterherrennen müssen. Vielleicht ist gerade die Abwesenheit der bewussten Auszeit ein Grund, warum immer mehr Menschen ihren Ausgleich in der Meditation finden. Das Phänomen, dass die Zeit immer dann langsamer zu vergehen scheint, wenn wir uns auf sie konzentrieren, lässt sich auch im Zazen – der Sitzmeditation – erfahren. Die vollständige Konzentration auf uns selbst, kann ein Gefühl von Zeitlosigkeit schaffen, das wir aus unserem hektischen Alltag nicht kennen. Das Ressort der Esoterik wird näher auf die Empfindung der Zeit durch gezielte Achtsamkeit eingehen. Die meisten von uns kennen das Gefühl der schieren Unendlichkeit aus dem Sport oder einer kreativen Tätigkeit. Wenn wir einer Aufgabe nachgehen, die uns angenehm fordert, aber nicht überfordert, mit einer Brise Begeisterung im Blut, so kommen wir manchmal in einen Zustand den der Psychologe Mihály Csíkszentmihályi ›Flow‹ nennt (Csikszentmihalyi, 2017).

Zusammenfassung

Der ›Acceleration Cycle‹ scheint kein Ende zu haben und, wenn wir nichts unternehmen, wird er zum Teufelskreis werden, aus dem unsere Gesellschaft nicht mehr auszubrechen vermag. Eine beschleunigte Welt ohne Auszeiten gehört nicht in eine Welt, in der wir leben wollen. Eine Symbiose von Eigen- und Weltzeit hingegen schon. Die Gesellschaft scheint ein sehr paradoxes Verhältnis zur Zeit zu haben. Wir haben es physikalisch geschafft, die Zeit bis auf 850 Zeptosekunden (10^–21 s) genau zu messen, aber selten in Erwägung gezogen, unsere Empfindung von Zeit aktiv zu gestalten.

Du hoerst lieber zu,
anstatt selbst zu lesen

Wir sprechen mit Menschen aus unterschiedlichsten Disziplinen über das Thema »Gestaltungsmöglichkeiten subjektiver Zeitempfindung«. Der Podcast »Gesprächszeit«‚ ist Teil unserer Masterthesis und soll dir tiefere Einblicke in das Thema der Zeitempfindung bieten.